Herstellung Gummiboden | Recycelter Sportboden
Ratgeber

Wie werden Gummimatten hergestellt?

CROSSFLOOR Bodenschutzmatten werden aus recyceltem SBR-Kautschuk hergestellt. Wie dieser Prozess vonstatten geht, erfährst du in diesem Artikel.

Herstellung des Gummigranulats

Die Grundlage von den Bodenschutzmatten aus unserem Shop sind LKW-Reifen. Nachdem diese abgefahren sind, werden die ausrangierten Reifen meist recycelt. Da sie nicht biologisch abbaubar sind, würden sie anderenfalls auf Mülldeponien landen und sich immer weiter anhäufen.

Für die Qualität der recycelten Gummiwaren ist auch die Herkunft der Reifen von Bedeutung. Je nach Reifenhersteller unterscheiden sich die Produkte teilweise hinsichtlich der Zusammensetzung und damit auch des Preises. Die von uns zur Herstellung der Bodenmatten verwendeten LKW-Reifen werden ausschließlich von namhaften Herstellern bezogen.

Die Bestandteile von Reifen sind Gummi (60-70%), Stahl (15-30%) und Textilien (5-15%). Bei deren Herstellung werden diese Bestandteile während des Vulkanisierungsprozesses miteinander verbunden. Um reines Gummigranulat zu erhalten, müssen sie beim Recyclingprozess wieder voneinander getrennt werden. Textilien beispielsweise saugen bei der Verklebung zu viel Bindemittel auf und sind daher unerwünscht bei der werkstofflichen Verwertung.

Der Recyclingprozess setzt sich aus mehreren Schritten zusammen. Zunächst erfolgt eine Vorzerkleinerung auf eine Korngröße von 7-10 mm. Dabei werden bereits alle Bestandteile freigelegt und ermöglichen so eine Trennung voneinander. Anschließend erfolgen weitere Zerkleinerungsschritte, bis das Gummi die gewünschte Granulatgröße erreicht hat. Bei allen Zwischenstufen erfolgt vorab eine Reinigung der freiliegenden Bestandteile.

Am Ende des Recyclingprozesses liegt reines Gummigranulat, weitgehend reiner Stahl und Textilien mit meist noch vorhandenen Anhaftungen vor. Diese Bestandteile sind nun bereit für die Weiterverarbeitung.

Der Stahl kann direkt für die Wiederverwendungsprozesse in Stahlwerken verwendet werden. Textilien können als Ersatzbrennstoff oder als feuchtigkeitsbindendes Element weiterverwendet werden. Das Gummigranulat kann noch feiner gemahlen werden (Gummimehl) oder es wird in der vorliegenden Granulatgröße zu einem „neuen“ Gummiprodukt gepresst, z.B. Bodenschutzmatten.

Das entstandene SBR-Gummigranulat hat, wie bei Reifen üblich, eine schwarze Farbe. Dieses kann mit einem farbigen Bindemittel ummantelt werden, um farbiges Granulat zu erzeugen. Die darunterliegende dunkle Farbe „schimmert“ aber immer etwas durch, daher sind bei SBR-Kautschuk nur dunnklere Farbschattierungen möglich.

EPDM-Gummi hingegen ist immer durchgehend gefärbt. Daraus resultiert eine bessere Farbstabilität und -intensität, allerdings ist EPDM-Gummi auch etwas teurer in der Herstellung. In den Bildern ist der Unterschied der Farbintensität von SBR- und EPDM-Gummi deutlich zu sehen. Im oberen Bild sind SBR-Fallschutzmatten zu sehen, im unteren Bild EPDM-Fallschutzmatten.

 

Nächster Schritt: Pressen der Matten

Die Matten aus unserem Shop bestehen aus Gummigranulat und einem speziellen PU (Polyurethan)-Bindemittel. Diese beiden Komponenten werden miteinander vermischt und in einer Kautschukpresse unter Hitze zu einer Matte zusammengepresst.

Das Pressen kann mit unterschiedlich starker Kraft erfolgen. Je mehr Kraft verwendet wird, desto verdichteter sind die Matten. Eine hohe Eigendichte ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal, da die Bodenschutzmatten bei starker Belastung sonst schnell kaputt gehen können. Die in unserem Shop erhältlichen Matten haben eine Eigendichte von 900-1100 kg/m³ und sind damit im höheren Bereich einzuordnen.

Das Bindemittel ist ebenfalls stark ausschlaggebend für die Qualität des Endproduktes und ist die teuerste Komponente bei der Herstellung von Bodenschutzmatten. Es beeinflusst auch die späteren Produkteigenschaften wie beispielsweise die Entflammbarkeit.

Hierbei ist die Zusammensetzung des Bindemittels sehr wichtig. Es sind viele minderwertige Produkte auf dem Markt erhältlich, was sich u.a. in einem unangenehmen Geruch im Gummiendprodukt bemerkbar macht. Auch die richtige Menge ist entscheidend: Wird am Bindemittel gespart, brechen die Bodenmatten sehr schnell oder es ergeben sich im Laufe der Nutzungszeit abstehende Ränder.

Zusammenfassung

Bodenschutzmatten können sich je nach Anbieter hinsichtlich der Qualität stark unterscheiden. Die Reifenherkunft und der Herstellungsprozess spielen hier gleichermaßen eine Rolle.

Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte man sich stets im Voraus Materialproben zuschicken lassen. Hier kann man einen eigenhändigen Geruchstest durchführen und die Matten durchbiegen. Reißt die Oberfläche dabei auf, sollte besser die Finger davon gelassen werden.

 


Bildnachweis: thinkstock / @aykuterd